Biblische Geschichten lebendig werden lassen – „Godly Play“ und „Egli-Figuren“

Erzähl mir eine Geschichte. Aus der Bibel bitte. Die Arbeit mit dem Buch der Bücher ist oft eine Suche nach Orientierung, Werten, die ich mit in meinen Alltag nehmen kann. Christliche Sozialisation findet nicht mehr selbstverständlich in den Familien statt. Gleichzeitig religiöses Wissen vermitteln und die großen Fragen der Theologie zu beantworten, ist eine Herausforderung für den Erzählenden. Wie ist meine Wirkung und wie die Wahrnehmung der Zuhörer? Durch die Kombination von Hören – Sehen – Erleben, ein Ansatzpunkt der ganzheitlichen Pädagogik, schafft man einen Zugang für Lernerfolge und nachhaltige Verhaltensänderung.

Das lebendige Erzählen biblischer Geschichten geht den Weg, Glauben mit Hand, Fuß und Herz zu erfahren. Von freudigen und leidvollen Lebenswelten anderer Menschen zu hören, ihre Lebenssituation durchzudenken, durchzuspielen kann mein Handeln einfühlsamer, mitfühlender und verantwortungsvoller machen.

Multiplikatoren, ehrenamtlich oder hauptamtlich, finden im Medienzentrum in Dortmund und Paderborn Materialien zur Unterstützung bei der Vermittlung von christlichen Werten, Ritualen und Traditionen. Bei „Godly Play“ liegt der Ansatz mehr im spielerischen Erzählen. Die biblische Erzählfigur „Egli-Figuren“ legen den Schwerpunkt mehr auf das Betrachten und die Interpretation einer biblischen Szene. Die Materialien visualisieren und verdeutlichen das Geschehen, von dem der Erzählende berichtet.

Hier finden Sie eine Übersicht "Godly Play" am Standort Dortmund und am Standort Paderborn.
Hier finden Sie eine Übersicht "Egli-Figuren" am Standort Dortmund und am Standort Paderborn.

 

Godly Play und Gott im Spiel

Aus dem multikonfessionellen Kontext der amerikanischen Sonntagsschule, in der pädagogischen Tradition der Pädagogik Maria Montessoris, begann Dr. Jerome Berrymann 1972 ein eigenständiges Konzept religiöser Bildung zu entwickeln. „Godly“ bedeutet „spirituell“ und will ermutigen, biblischen Geschichten und christlichen Traditionen „spielerisch“ und „kreativ“ (also play) zu entdecken. Eine theologische Entdeckungsreise, um persönliche Antworten auf Grundfragen des Lebens und des Glauben zu finden.

Weitere Infos unter www.godlyplay.de, Kurse und Seminare u. a. beim Christlichen Bildungswerk Die HEGGE (www.die-hegge.de)

 

Egli Figuren erzählen biblische Geschichten.

Doris Egli konzipierte in den sechziger Jahren, mit Unterstützung ihres Mannes Primo, die ersten beweglichen Figuren. In der Kunstakademie Stuttgart hatten beide die Studiengänge figürliche Gestaltung belegt. Ihr Ziel war zunächst, ihre Kinder biblische Geschichten bildlich erleben zu lassen. Was im privaten Bereich seinen Anfang nahm, faszinierte bald Menschen, die das Wort Gottes verkünden und auf der Suche nach Methoden und Medien sind.

Die Herstellung einer Figur ist eine intensive, zeitaufwendige, sehr persönliche Glaubens-Erfahrung. Durch die Frage nach Kleidung, nach Umfeld, Lebensweise wird die biblische Zeit des Alten und Neues Testaments lebendig und erfahrbar.

Die Figuren, gestellt in eine Erlebniswelt, übersetzen die Komplexität und Dramatik eines Textes der Bibelsprache in unsere Zeit. Durch Körperhaltung, große Standfestigkeit und Geste strahlen die Figuren eine “beseelte“ Ausdruck-, und Anziehungskraft aus. Figuren verwandeln sich mit wenig Aufwand in Abraham, der seine Besucher bewirtet, oder in Jesus, der die Kinder segnet.

Die Körperhaltung kann Freude, Trauer und vieles mehr ausdrücken. Die Figuren haben keine Gesichter. Warum? Gesichter passen nicht zu jeder „gebrauchten“ Stimmung und die Geschichte ist an kein Gesicht gebunden. Die Gesichtslosigkeit der Figur gibt dem Zuhörenden die Möglichkeit, sich die Mimik der Figur vorzustellen. Ohne Gesicht wird die Figur zu einem Lernfeld für die Körpersprache, der nonverbalen Kommunikation.

Die verbale Kommunikation, die Sprache, hat einen hohen Stellenwert beim Erzählen von Glaubensgeschichten mit biblischen Erzählfiguren. Personen und Lebenssituation der biblischen Zeit werden durch die Sprache zum Schlüssel einer Erzählung. Mit einem, oder mehreren Sätzen, „sehen“ die Zuhörenden die Situation. Mit jedem Wort entsteht vor dem geistigen Auge ein Bild. Während des Erzählprozesses reihen sich die Bilder wie Perlen an einer Perlenkette zu einer ganzen Geschichte zusammen.

Weitere Infos unter www.egli-figuren-arbeitskreis.ch oder Erzählfiguren Kolb: www.erzaehlfiguren.shop

 

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